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MDVsoft®Bericht: Stille Mitleser und ihre Bedeutung für eine Online-Community

In regelmäßigen Abständen gibt es in den von mir betreuten Online-Communities Anregungen / Forderungen, die Mitgliederdatenbanken aufzuräumen. Stein des Anstoßes sind (vermeintlich) inaktive User, die seit ihrer Anmeldung keinen sichtbaren Beitrag zum Community-Geschehen geleistet haben. Schaut man sich die Mitglieder-Statistiken genauer an, so hat tatsächlich ein signifikanter Anteil der Mitglieder noch keinen Beitrag geschrieben, kein Foto eingestellt, etc. Die tatsächliche Größenordnung / Prozentzahl hängt natürlich davon ab, wie die Community gewachsen ist, wie die Mitglieder gewonnen wurden, ob schon Mitglieder gelöscht wurden o.ä., daher verzichte ich bewusst auf die Nennung einer relativen Größe.

 

Stille Mitleser / Lurker
Auf den ersten Blick und ohne Investoren-Druck, eine möglichst hohe Mitgliederzahl präsentieren zu müssen, spricht grundsätzlich zunächst nichts gegen eine Bereinigung der Mitglieder-Datenbank, sprich eine Löschung der Mitglieder, die im Zeitraum X (noch) keinen aktiven Beitrag geleistet haben. Betrachtet man allerdings die Nutzerstatistiken etwas genauer, so tritt ein interessantes Phänomen zutage: Ein nicht unerheblicher Teil der vermeintlich inaktiven Mitglieder sind stille Mitleser, d.h. sie nehmen passiv am Community-Geschehen teil. Aus dem Englischsprachigen beginnt sich in der Community-Szene auch der (meist) etwas abfällig gebrauchte Begriff Lurker zu etablieren.


Gerade für die “Poweruser”, in vielen Fällen aber auch für den Community-Manager oder Betreiber einer Online-Community, sind die stillen Mitleser oftmals ein Dorn im Auge. Scheint es doch offensichtlich zu sein, dass die stillen Mitleser von der Arbeit / dem Engagement der aktiven Mitglieder profitieren, ohne der Gemeinschaft etwas für ihre Mühe zurückzugeben. Auch für die Vermarktung oder Bewertung einer Online-Community gibt es die (grundsätzlich sinnvolle) Bestrebung, nicht mehr die absolute Zahl der Mitglieder in den Vordergrund zu stellen, sondern ein Augenmerk auf die Zahlen / den Anteil der aktiven Mitglieder zu legen.

 

Stille Mitleser und ihr Stellenwert für eine Community
Allerdings tue ich mir mit der Definition etwas schwer, dass nur aktive, sprich schreibende, Bilder einstellende, kommentierende, … Mitglieder als wirklicher Teil der Community zu sehen sind. Betrachtet man beispielsweise die Abrufzahlen in nahezu allen Text-basierten Communities, sprich Foren, so sind diese fast immer signifikant größer als die Zahl der tatsächlichen Beiträge bzw. der durch die aktiven Mitglieder verursachten Aufrufe. Aber gerade diese stillen Mitleser machen die Beteiligung für die aktiven / schreibenden Mitglieder vielfach erst wirklich interessant, da ihre Beiträge von einem größeren Publikum wahrgenommen werden. Aus den eigenen Projekten kenne ich tatsächlich viele Mitglieder, die seit Jahren still mitlesen, noch nie einen Beitrag verfasst haben, aber m. E. definitiv trotzdem ein durchaus wichtiger Teil der Community sind.

 

Einen durchaus vergleichbaren Ansatz mit Schwerpunkt auf der Monetarisierung einer Online.Community hat gerade Guy Kawasaki veröffentlicht. Etwas überspitzt ausgedrückt: Bei einer Zeitung würde auch keiner auf die Idee, die nicht aktiven Leser auszuschließen. Wobei hier zugegebenermaßen der Rückkanal, verglichen mit einer Online-Community, doch etwas komplizierter ist… ;-)

 

In diesem Sinne freue ich mich auf rege (… oder keine) Kommentare meiner stillen Mitleser!

 

Andreas Beranek

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Tags: Facebook, MDVsoft, andreas, beranek, germany, linkedin, msn, netzwerke, xing

Kommentar

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Kommentar von Matthias Wiedmann am 26. Oktober 2011 um 5:18pm
:D ...also ich bin auch ein "stiller Leser" in manchen Foren ;)
... meistens steht eine Frage oder ein interessantes Thema im Raum und man  kann so wirklich auf einfache Art und Weise (manchmal auch mit etwas mehr Anstrengung), ohne sich z.B. Fach-Zeitschriften, Bücher, etc. kaufen zu müssen, was in manchem Fällen ja wirklich sinnlos wäre, eine Antwort oder zumindest eine neue Richtung  weiter zusuchen finden.

Ein schlechtes Gewissen weil man nur konsumiert, braucht man meiner Meinung nicht haben, da ich davon ausgehe, das die meisten User in Foren gerne ihr Wissen weiter geben wollen... DANKE dafür!

Bei den meisten “SocialCommunities , ist sicher ein kleiner Unterschied zu "normalen Foren", hier spielt sicher in vielen Fällen, die “Selbstdarstellung” eine große Rolle... ;)
Kommentar von Hubenstorf Martina am 11. Mai 2010 um 3:39pm
Danke!
Kommentar von Harald Haucke am 11. Mai 2010 um 12:51pm
liebe martina,
natürlich kann man das. in deinem falle gehst du auf dein small businesskonto und klickst auf "Webseitenstatistik" und klickst auf "Berichte" !

Danach stehen Dir Optionen wie:


einen sonnigen tag noch ;-)
harry
Kommentar von Hubenstorf Martina am 5. Mai 2010 um 2:30am
Es gab doch schon immer die Möglichkeit, Leserbriefe an Zeitungen zu schreiben. Nur ganz wenige haben davon Gebrauch gemacht ;-)
Kommentar von Marcel Bräuer am 4. Mai 2010 um 5:02pm
autorooting via: facebook.com/marcel.braeuer
comment#2 Stille Mitleser und ihre Bedeutung für eine Online-Community

ich bin ein ROM (read only Member) ein Leser (hier und jetzt nicht mehr lol )

ich bekomme jede Woche Zeitungen in den Briefkasten und die lese ich nur (die habe ich nicht einmal bestellt) sogar Werbung bringen die mir :o

und die bringen mir doch immer wieder welche, ich habe da noch nie hingeschrieben *g*

Sonntags mache ich mir ein schoenes Fruehstueck und dann freue ich mich darauf dabei diese Zeitungen in Ruhe durchzublaetter.

Oh, kommt jetzt das Amt und wird mir irgendwann meinen Briefkasten zunageln? (Aemter machen so Sachen die man nicht versteht.)

Wer kann mir helfen? Wo ist meine Selbsthilfegruppe?

Ich fange schon mal lieber an:

“Ich bin Marcel und ich bin ein ROM!


Ich bin hier weil mir das klar geworden ist. Ich bitte die Gruppe anonyme ROM’s mich aufzunehmen. ;-) )”

Euer Marcel “alias” ROM
Kommentar von Conny Wittmann am 4. Mai 2010 um 4:40pm
autorooting via: http://www.facebook.com/conny.wittmann
comment#2 Stille Mitleser und ihre Bedeutung für eine Online-Community

Ich persönlich "Lurke" :-D in zwei Communities, weil ich die einfach interessant finde. Ich bin da aber nicht so die Zielgruppe und würde da nie was schreiben. :-)
Kommentar von Hubenstorf Martina am 4. Mai 2010 um 2:37pm
Oft beneide ich die "nur Mitleser", da sie es schaffen, Texte aufzunehmen ohne reagieren zu müssen. Ich kann das leider oder Gott sei Dank, oft schon und oft auch nicht.
Am meisten habe ich aus den Texten gelernt, zu denen ich nichts zu bemerken hatte. Ich habe aus solchen Texten gelernt, dass mein Wissen einfach limitiert ist und ich mangels umfassendem Verständnis hier nicht reagieren kann/soll/will sondern einfach nur aufnehme, um diese neuen Informationen Teil meines Denkens werden zu lassen.
Meine social network Erfahrung ist, dass Menschen nach einem Jahr auf mich persönlich zukamen - man trifft sich ja auch offline, auch wenn man sich online nicht kennt, und persönlich Stellung zu einem Beitrag von mir genommen haben, worüber ich dann sprachlos war.

Lesen ist einfach Inspiration, die häufig von einem selbst im Alltag umgesetzt wird, ohne dass der Autor davon Rückmeldung bekommt. Bei einem Buch lässt sich die Rückmeldung vielleicht an den Verkaufszahlen messen, bei einer Zeitung an der vekauften Auflagezahl. Aber es muss sich doch auch in social networks eine Zahl der Abrufe messen lassen? Auf Xing kenne ich das, sonst tappe ich mit der Abrufzahl im Dunklen.

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